Präzisions-Messerschleifer

Dieser Messerschärfer ist ein Selbstbau-Projekt für 3D-Drucker-Besitzer. Zum Schleifen werden original japanische Wassersteine verwendet.

Messerschärfer nix Video nur mit Flash

Von verschiedenen Herstellern werden Geräte zum Messerschleifen angeboten, die dem hier vorgestelltem Gerät ähneln: Edge Pro Inc., EdgePal und Magna-Tec e.K.

Da die Geräte nicht gerade billig sind und die Qualität nur durch Schleifversuche beurteilt werden kann, wurde zu Testzwecken ein ähnliches Gerät entworfen und mit einem 3D-Drucker im FDM-Verfahren hergestellt. Da bereits mit dem ersten Prototyp vollkommen überzeugende Schleifergebnisse erzielt werden konnten, wurde noch etwas weiter konstruiert und verfeinert und das Ergebnis ist ein Präzisions-Messerschleifer, der den kommerziellen Geräten kaum nachstehen dürfte.

Die Idee bei dem Gerät ist folgende: das Messer wird durch Magnete und ggf. Anschläge fixiert und der Schleifstein wird mittels Linearführung in einem bestimmten (von 10 - 35° einstellbaren) Winkel so zum Messer ausgerichtet, dass beim Schleifen, welches von Hand geschieht, immer der vorgegebene Schneiden-Winkel eingehalten wird (siehe auch obiges Video). Bei diesem Gerät ist die Linearführung kardanisch aufgehängt, wodurch die Schleifwinkel auf der Messer-Vorder- und -Rückseite höchstmögliche geometrische Ähnlichkeit aufweisen. Dies ist bei den oben angegebenen kommerziellen Geräten nur bei denen von EdgePal auch der Fall. Bei den anderen Herstellern befindet sich die vertikale Achse (die die horizontale Steinbewegung ermöglicht) außerhalb der Mitte, wodurch ein kleiner Schleifwinkel-Unterschied zwischen den beiden Seiten der Schneide auftreten kann (Stand Ende 2012).

Dank verschiedener Anschläge und der magnetischen Fixierung können Messerklingen von 3 - 30 cm sowie Stemmeisen und kleinere Beile bearbeitet werden (Fotos zum vergrößern anklicken):

Mini-Klinge

Diese 3 cm kurze Taschenmesser-Klinge wird zum Schleifen ausreichend stabil gehalten.

kleine Klinge

Alternative Fixiermöglichkeit für eine Taschenmesser-Klinge.

Küchenmesser

Küchenmesser mit rund 8 cm Klingenlänge. Eine solches Foto mit Anlagepunkt (Pfeil) und Schleifwinkel erleichtert zukünftiges nachschärfen.

mittellanges Messer

Bei kleineren spitz zulaufenden Messern reicht die hintere Anschlagplatte nicht aus. Daher ist mittig noch ein Anschlagpunkt vorgesehen.

Filetiermesser

Filetiermesser mit relativ stark abgerundeter Spitze.

Kochmesser

Kochmesser mit rund 18 cm Klingenlänge.

Klinge 36 cm.jpg

Old Hickory ® "Butcher" mit 36 cm Klinge. Ein Anschliff ist noch möglich, aber bei Verwendung der Schleif- weg-Begrenzung am Limit.

Stemmeisen schärfen

Das Stemmeisen wird von einem hinteren Magnet zusätzlich gehalten und ist damit verdrehsicher fixiert.

Beil schärfen

Sogar kleinere Beile lassen sich schärfen.

Bei Messern, die zur Spitze hin stark abgerundet sind (vgl. obiges Filetiermesser), tritt im Bereich der Abrundung ein leichter Winkelfehler auf. Im folgenden Bild sind die Winkelfehler - ausgehend von 20° eingestelltem Schleifwinkel und 9 mm Schleifsteindicke - beispielhaft dargestellt.

Winkelfehler

Im praktischen Gebrauch sind die Winkelfehler ohne Bedeutung. Wenn beim Schärfen jedoch das Messer jeweils beim Wechsel zum feineren Stein mehrfach gewendet wird, dann ist eine reproduzierbare Fixierung wichtig, um immer den gleichen Winkelfehler zu erhalten und damit die Schleifarbeit und den Steinverschleiß zu minimieren.

Zum Schleifen werden japanische Wassersteine von Naniwa, Typ "Sharpening Stone" oder "Specialty Stone" verwendet (Naniwa-Japan). Diese beiden Serien sind die Nachfolger der "Superstone", die im obigen Video zu sehen sind. Die Steine sind in Körnungen von S220 (ca. 60 µm Korngröße) bis S12000 (ca. 1 µm) verfügbar, wobei der Begriff "Schleifstein" für die feinen Körnungen ab S5000 eigentlich verkehrt ist. Richtiger müsste es "Polierstein" heißen, da die Schneiden hochglänzend und viel schärfer als bei fabrikneuen Messern werden :-)